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Wenn ein Arbeitnehmer während der Arbeitszeit häufiger zur Toilette muss, darf der Chef ihm deshalb nicht einfach das Gehalt kürzen.
In einem vor dem Arbeitsgericht Köln zu verhandelnden Fall (Aktenzeichen: 6 Ca 3846/09) waren einer angestellten Rechtsanwältin in einer Anwaltskanzlei 680 Euro vom Gehalt abgezogen worden, weil sie dem Arbeitgeber zufolge während der Arbeit zu viel Zeit auf der Toilette verbracht hatte, nämlich knapp sechseinhalb Stunden in drei Wochen.
Die Richter sahen jedoch die Maßnahmen des Arbeitgebers als unzulässig an. Dieser hatte minutiös protokollieren lassen, wie lange die Kollegin auf der Toilette war. Demnach verbrachte sie in 10 Tagen insgesamt 384 Minuten auf dem WC. Diesen Wert rechnete der Arbeitgeber auf die gesamte Beschäftigungszeit hoch und kam so auf insgesamt 90 Stunden, die die Angestellte in den vergangenen Monaten zusätzlich zu den üblichen Pausen- und Toilettenzeiten gebraucht hatte.
Die Betroffene wehrte sich dagegen mit dem Argument, sie habe in der Zeit Probleme mit der Verdauung gehabt. Durch ein ärztliches Attest konnte sie das auch belegen. Das Gericht ließ dieses Attest als Begründung gelten.
Mitgeteilt von Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller, Wiesbaden

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