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Niemand geht gerne für eine Operation ins Krankenhaus. Aber auch wenn man sehr nervös vor dem Eingriff ist, sollte man das vorher stattfindende Aufklärungsgespräch unbedingt dazu nutzen, Fragen zu stellen und Sorgen aus dem Weg zu räumen. 
Der Sinn des Aufklärungsgesprächsist aber nicht, dass der Patient ein Formular erhält, in dem alles Wichtige steht, sondern dass er wirklich ein Aufklärungsgespräch führt. Der Patient hat ein Selbstbestimmungsrecht und kann entscheiden, ob und wie er sich behandeln lassen will. Im juristischen Sinne ist der Eingriff des Arztes in die körperliche Integrität des Patienten – insbesondere eine Operation – sogar eine Körperverletzung und somit strafbar. Der Arzt muss daher eine Rechtfertigung für den Eingriff haben. Das ist die Einwilligung des Patienten. Damit dieser einwilligen kann, muss er aber verstehen, in was er einwilligt. Der Arzt hat als Fachmann einen sogenannten „Wissensvorsprung“ vor dem Patienten. Deshalb muss der Arzt alles so erklären, dass der Patient es auch verstehen kann. Das bedeutet kein Fachchinesisch, sondern gut verständliche Erklärungen, unter Umständen auch mit einem Dolmetscher, wenn der Patient Sprachprobleme hat. Wenn man im Gespräch etwas nicht versteht, sollte man sich auch nicht schämen oder denken, dass man den Arzt nervt, sondern nachfragen.
In einem Aufklärungsgespräch müssen verschiedene Dinge erläutert werden. So muss der Patient auch erfahren, was passieren würde, wenn er den Eingriff nicht machen lässt, und gegebenenfalls muss der Arzt mögliche Alternativen zur OP aufzeigen. Natürlich muss er auch über Risiken aufklären. Dazu gehören allgemeine, für den Eingriff gültige Risiken sowie eingriffsspezifische. Zum Beispiel gehören Wundheilungsstörungen ebenso dazu wie das minimale Risiko, durch den speziellen Eingriff gelähmt zu werden. 
Die Dauer des Gesprächs hängt unter anderem von der Art des Eingriffes ab. Auch muss es rechtzeitig erfolgen, meistens einen Tag vor der Operation. Das Aufklärungsgespräch ist im Übrigen die Aufgabe des Arztes, nicht der Krankenschwester. 
Vor einem größeren Eingriff gibt es zwei Gespräche: eines mit einem Narkosespezialisten und eines mit dem Operateur. Der Patient kann auch eine zweite Person zum Gespräch mitbringen. Der Arzt unterliegt dabei der Schweigepflicht und muss dafür sorgen, dass keine weiteren Personen zuhören können. 
Zu dem Gespräch gibt es meist ein standardisiertes Formular. Das wird dann, wenn alle Fragen geklärt sind, vom Patienten unterschrieben. Damit erklärt er sich mit dem Eingriff einverstanden.
Mitgeteilt von Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller, Wiesbaden
Foto: © chagin
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