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Ein Bestattungsunternehmen muss solange auf sein Geld warten, bis ein Erbe ermittelt werden kann. Demnach dürfen Rechnungen nur in dringenden Fällen von dem Konto des Erblassers beglichen werden.
In einem vor dem Oberlandesgericht Dresden verhandelten Fall (Aktenzeichen: 17 W 510/10) waren die Erben einer Verstorbenen nicht zu ermitteln. Das Nachlassgericht stellte fest, dass ein anderer Erbe als der Freistaat Sachsen nicht vorhanden war. In der Zwischenzeit hatte das Nachlassgericht die Kosten für die Beerdigung vom Girokonto der Frau beglichen. Der Freistaat Sachsen legte dagegen – erfolgreich – Beschwerde ein.
Denn die Richter befanden, dass die Anordnung, den Bestattungsunternehmer aus dem Erbe zu bezahlen, falsch war. Der Wunsch des Bestatters, seinen Aufwand bezahlt zu bekommen, ist zwar durchaus verständlich, im Vordergrund stehen aber die vermögensrechtlichen Interessen der endgültigen Erben. Zu deren Lasten darf das Gericht nur in dringenden Fällen Verbindlichkeiten eingehen – und das war hier nicht der Fall. 
Mitgeteilt von Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller, Wiesbaden
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