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Wie der Wiesbadener Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller mitteilt, müssen Verwandte von Personen, für die vom Betreuungsgericht ein Betreuer bestellt wurde, nicht immer tatenlos zusehen, wenn dieser Betreuer seinen Pflichten nicht nachkommt.
In der Praxis stellt aber seit der Reform des Verfahrensrechts in Familiensachen § 274 FamFG die erste Hürde dar. Demnach sind nahe Anverwandte nicht von vornherein an dem Verfahren beteiligt, sondern es besteht nur die Möglichkeit, dass sie Beteiligte werden und damit im Verfahren auch eigene Anträge stellen können. Von der Vorschrift machen die Gerichte aber nur sehr zurückhaltend Gebrauch; hier greift wohl die Erwägung, dass man nicht jede Entscheidung mit jedem besprechen müssen möchte.
Insoweit ist die Problematik immer dieselbe: Gerade ein Berufsbetreuer wird schon aus Zeitmangel jedwede von ihm zu treffende Entscheidung vorher mit den Verwandten erörtern können und wollen. Der Betreuer ist nun einmal vom Gericht eingesetzt und muss seine Entscheidungen nicht mit sämtlichen Verwandten des Betreuers abstimmen, so missliebig diese für den Betroffenen oder die Verwandten auch sein mögen.
Aufgrund der Hürde, am Verfahren überhaupt beteiligt zu werden, ist es für die Verwandten insoweit rechtlich natürlich oft schwierig, gegenüber dem Betreuungsgericht Pflichtverletzungen des Betreuers zu rügen oder anzuprangern. Oft hilft hier nur, einen Antrag auf einen Betreuerwechsel zu stellen; dann kann das Gericht bei gleicher Eignung entscheiden, dass der Berufsbetreuer aus seinem Amt entlassen und stattdessen der Verwandte die Betreuung übernimmt. Natürlich ist es bei schweren Pflichtverletzungen des Betreuers, insbesondere dann, wenn herauskommt, dass er sich Geldmittel des Betreuten „in die eigene Tasche steckt“, unverzüglich Strafanzeige wegen Unterschlagung oder Untreue zu stellen. 
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