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Durchschnittlich 2,19 Euro monatlich pro Quadratmeter zahlen Mieter laut Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbundes hierzulande an Betriebskosten. Bei Berücksichtigung aller Kostenarten können es sogar bis zu 2,94 Euro sein. Für eine 80-Quadratmeter-Wohnung können also 2.822,40 Euro pro Jahr nur für die Nebenkosten aufgebracht werden. Deshalb hat sich inzwischen schon der Begriff von der „zweiten Miete“ geprägt. 
Und da um diese gern gestritten wird, beschäftigen die Konflikte darüber häufig die Gerichte. Denn die Prüfung der Betriebs- und Heizkosten kann sich lohnen, und zwar für Mieter und Vermieter. Geprüft werden sollte vor allem, ob auch tatsächlich alle Betriebskostenvorauszahlungen vorgenommen und verrechnet wurden. Viele Abrechnungen sind schlicht fehlerhaft. Da auch die Kosten für die Erstellung der Abrechnung auf die Mieter umgelegt werden können, darf man als Mieter auch eine korrekte Abrechnung verlangen. 
Der Vermieter hat relativ viel Zeit, nämlich zwölf Monate, die Betriebskostenabrechnung vorzunehmen. Die Abrechnung für 2010 muss also dem Mieter erst bis Ende 2011 zugegangen sein. Laut Bundesgerichtshof hat der Eigentümer dafür zu sorgen, dass dem Mieter die Abrechnung rechtzeitig, innerhalb der vorgeschriebenen Frist, zugestellt wird (Az.: VIII ZR 107/08). Dabei sind auch unerwartete Verzögerungen seitens der Post einzukalkulieren.
Manche Menschen erledigen aber alles auf den letzen Drücker. Das war offensichtlich auch bei einer Nebenkostenabrechnung der Fall, die am letztmöglichen Silvestertag um 19:11 Uhr per Telefax versandt wurde – und zwar noch nicht einmal direkt an den Mieter, sondern an dessen Rechtsanwalt. Dem Amtsgericht Köln (Aktenzeichen 210 C 31/05) erschien das dann doch zu knapp. Man müsse schließlich davor ausgehen, dass ein Anwaltsbüro um diese Zeit geschlossen sei. Die Abrechnung sei demnach – juristisch gesehen – erst am 2. Januar und damit klar zu spät zugestellt worden. 
Mitgeteilt von Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller, Wiesbaden
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