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Seit Inkrafttreten des Lebenspartnerschaftsgesetzes am 16. Februar 2001 ist es Personen gleichen Geschlechts (die indes nicht zwingend homosexuell sein müssen!) erlaubt, vor dem Standesbeamten eine Lebenspartnerschaft eintragen zu lassen. Die Vorschriften dieses Gesetzes verweisen im Wesentlichen auf die Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs zur Eheschließung, wodurch die Wirkungen der eingetragenen Lebenspartnerschaft in ihren Grundzügen tatsächlich denen der Ehe gleichstehen. Der Gesetzgeber hat allerdings auch klargestellt, dass die Gleichbehandlung zwar anzustreben ist, aber dass in einzelnen Punkten Anders- bzw. Besserbehandlungen von Ehen durchaus zulässig sein sollen. Es besteht insoweit ein gewisses Spannungsverhältnis zwischen den Artikeln 3 und 6 des Grundgesetzes- Allgemeiner Gleichheitsgrundsatz bzw. Besonderer Schutz von Ehe und Familie.
Im Rahmen der Erbschaftssteuerreform von 2009 hat der Gesetzgeber versucht, diesem Gedanken durch eine abgestufte Regelung Rechnung zu tragen. So können Lebenspartner dieselben erhöhten Freibeträge wie Ehegatten in Anspruch nehmen- Vermögenswerte bis zu 500.000 € können demnach auf den anderen Ehegatten vererbt oder schenkweise übertragen werden, ohne dass Erbschaftssteuer anfällt. Unterscheidungen gab es aber bei den Steuersätzen: bei Ehegatten (in Steuerklasse I) wurden 7 % bis 30 %, bei Lebenspartnern (in Steuerklasse III) 17 % bis 50 % des Erwerbs versteuert.
 Mit Beschluss vom 21. Juli 2010 hat das Bundesverfassungsgericht diese Regelung nun für verfassungswidrig erklärt. Es gab damit einer Verfassungsbeschwerde eines Erben statt, der seinen Lebenspartner beerbt hatte und gegen den die höhere Steuer festgesetzt worden war. Beschluss des Bundesfinanzhofs aufgehoben und die Sache an diesen zur erneuten Entscheidung zurückverwiesen, da die erbschaftsteuerrechtliche Schlechterstellung der eingetragenen Lebenspartner gegenüber den Ehegatten im persönlichen Freibetrag und im Steuersatz sowie durch ihre Nichtberücksichtigung im Versorgungsfreibetrag mit dem allgemeinen Gleichheitssatz (Art. 3 Abs. 1 GG) unvereinbar ist. Darüber hinaus hat der Gesetzgeber bis zum 31. Dezember 2010 eine Neuregelung für die vom Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz a.F. betroffenen Altfälle zu treffen, die die Gleichheitsverstöße in dem Zeitraum zwischen dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Beendigung der Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Gemeinschaften vom 16. Februar 2001 bis zum Inkrafttreten des Erbschaftsteuerreformgesetz vom 24. Dezember 2008 beseitigt.
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