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Was ich in meiner Freizeit unternehme, geht meinen Chef nichts an! Oder etwa doch?
Grundsätzlich hat das Freizeitverhalten eines Arbeitnehmers keinen Einfluss auf das Arbeitsverhältnis. Anders verhält es sich jedoch, wenn der Arbeitnehmer am Wochenende Drogen konsumiert und dies seine berufliche Tätigkeit unter der Woche beeinflusst.
So hat das LAG Berlin-Brandenburg kürzlich entschieden, dass Drogenkonsum am Wochenende durchaus einen Kündigungsgrund darstellen kann, sofern die Weiterbeschäftigung des Arbeitnehmers ein Sicherheitsrisiko darstellt.
Der Entscheidung lag der Fall eines Gleisbauers aus Berlin zu Grunde, der am Wochenende Cannabis konsumiert hatte. Nachdem dies anlässlich zweier betriebsärztlicher Untersuchungen festgestellt worden war, kündigte der Arbeitgeber fristgerecht und berief sich darauf, dass ein Arbeitnehmer unter dem Einfluss berauschender Mittel nicht in einem derart riskanten Beruf beschäftigt werden könne. In diesem Zusammenhang spiele es keine Rolle, dass der Arbeitgeber sich während der Arbeitszeit nichts zu schulden habe kommen lassen. 
Dies haben sowohl das Arbeitsgericht Berlin in erster Instanz, als auch das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg in zweiter Instanz bestätigt. 
Zwar wurde der Kündigungsschutzklage des Gleisbauers in beiden Instanzen stattgegeben, dies allerdings lediglich aus formalen Gründen, da der Arbeitgeber die Ablehnung der Kündigung durch den Betriebsrat übergangen hatte.   
Die Gerichte stellten jedoch weiterhin klar, dass der Arbeitgeber den Gleisbauer trotz Unwirksamkeit der Kündigung nicht weiter beschäftigen müsse, da die Sicherheitsbelange des Arbeitgebers in diesem Fall als vorrangig einzustufen seien.
Letztlich steht für den Arbeitnehmer somit das gleichermaßen paradoxe wie auch ernüchternde Ergebnis: 
Zwar besteht das Arbeitsverhältnis fort, der Arbeitgeber ist allerdings nicht verpflichtet, den Arbeitnehmer weiterhin zu beschäftigen. Somit hat letzterer auch keinen Anspruch mehr auf Erhalt seines Lohnes.
Im Übrigen bleibt festzuhalten, dass Drogenkonsum am Wochenende infolge dieser Entscheidungen als Kündigungsgrund anerkannt sein und bei Einhaltung der formalen Voraussetzungen zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses führen dürfte, sollten hierdurch Sicherheitsbelange des Arbeitgebers berührt werden.
Sollten Sie Probleme auf dem Gebiet des Arbeitsrechts haben, steht Ihnen die Rechtsanwaltskanzlei Cäsar-Preller natürlich jederzeit engagiert und kompetent zur Seite. 
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