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Liste der vom Erlass zur Umsetzung des § 11b TschG betroffenen Zuchtrassen
Stand: Juni 2002
 
 
Haushunde
1. Nackthunde bzw. Schopfhunde Reinerbige Nackthunde sind nicht lebensfähig, mischerbige Nackthunde oder Schopfhunde leiden nicht nur unter einer erhöhten Kälte- und Hautempfindlichkeit, sondern zeigen auch häufig Gebissanomalien und Störungen des Immunsystems 
2. Einzeltiere mit erblich bedingtem Ektropium (Hängelid) bei zahlreichen Hunderassen wie z.B. Basset Hound, Bernhardiner oder Shar Pei Der unvollständige Lidschluss führt zu Tränenfluss, Bindehautentzündung und evtl. Hornhautveränderungen. Mit den betroffenen Einzeltieren darf nicht gezüchtet werden.
3. Einzeltiere mit erblich bedingtem Entropium (Rolllid) bei zahlreichen Hunderassen wie z.B. Bullterrier, Chow-Chow oder Pudel Das Einwärtsrollen des Lidrands führt zu krankhaften Veränderungen am Auge bis hin zu Entzündungen von Hornhaut und Bindehaut. Mit den betroffenen Einzeltieren darf nicht gezüchtet werden.
4. Reinerbige Merle-Farbvariante bei verschiedenen Hunderassen wie z.B. Bobtail, Collie oder Teckel Die durch den Merle-Faktor verursachte Pigmentaufhellung (Tigerung) ist bei Reinerbigkeit häufig gekoppelt mit Seh- und Hörschäden und einer erhöhten Sterblichkeit. Über Schäden bei mischerbigen Merle-Tigern liegen widersprüchliche Untersuchungen vor. 
5. Einzeltiere mit extremer Kurzköpfigkeit bei verschiedenen Hunderassen, wie z.B. Boxer, Mops oder Yorkshire Terrier   Bei extremer Kurzköpfigkeit kann es zur Behinderung der Atmung und Schluckbeschwerden sowie Prädisposition für Augenerkrankungen und Fehlbiss kommen. Außerdem Neigung zu Schwergeburten, bei Zwergrassen auch Neigung zu Wasserkopf, Schädellücken. Mit den betroffenen Einzeltieren darf nicht gezüchtet werden. Tiere mit moderater Merkmalsausprägung ohne Beeinträchtigung sind vom Zuchtverbot nicht betroffen.  
6. Einzeltiere mit extremer Hautfaltenbildung, als partielle Hautfalten wie z.B. bei Pekinesen oder als generalisierte Hautfalten, wie z.B. beim Shar Pei Bei extremer Hautfaltenbildung kann es zu krankhaften Hautveränderungen kommen. Mit den betroffenen Einzeltieren darf nicht gezüchtet werden. Tiere mit moderater Merkmalsausprägung ohne Beeinträchtigung sind vom Zuchtverbot nicht betroffen. 
7. Blauer Farbschlag beim Dobermann Die blaugraue Farbaufhellung ist beim Blauen Dobermann gekoppelt mit einer Disposition für Alopezie und Hautentzündungen (Blue dog syndrome). Bei anderen Rassen mit blauem Farbschlag ist die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Defekten umstritten. 
Hauskaninchen
1. Reinerbige Punktschecken (sog. Weißschecken oder „chaplins“) z.B. bei Englischen Schecken, Deutschen Riesenschecken oder Weißen Hotot In reinerbiger Form ist die Punktscheckung mit einer erhöhten Jungtiersterblichkeit und Konstitutionsschwäche verbunden. Teilweise gibt es auch eine erbliche Disposition für schwere Darmstörungen. Punktschecken dürfen daher nur mit andersfarbigen Tieren verpaart werden. 
 2. Einzeltiere mit extremer Langohrigkeit bei Widderkaninchen, insb. Englischen Widdern Bei Tieren mit extrem langen Ohren kommt es leicht zu Ohrverletzungen. Außerdem können die Tiere in Bewegung und Verhalten beeinträchtigt sein. Mit den betroffenen Einzeltieren darf nicht gezüchtet werden. Tiere mit moderater Merkmalsausprägung ohne Beeinträchtigung sind vom Zuchtverbot nicht betroffen. 
3. Einzeltiere mit extremer Rundköpfigkeit bei verschiedenen Rassen   Tiere mit extremer Rundköpfigkeit oder Kieferverkürzung zeigen häufig Zahnfehlstellungen und Störungen des Tränenabflusses. Mit den betroffenen Einzeltieren darf nicht gezüchtet werden. Tiere mit moderater Merkmalsausprägung ohne Beeinträchtigung sind vom Zuchtverbot nicht betroffen. 
Hauskatzen
1. Manx und Cymric mit erblich bedingter Kurzschwänzigkeit   Durch die Schwanzverkürzung bis hin zur Stummelschwänzigkeit sind nicht nur die artspezifischen Bewegungsabläufe gestört, vor allem muss mit Wirbelsäulenmissbildungen, neurologischen Ausfallserscheinungen, Schädigungen des Darms und erhöhter Schmerzempfindlichkeit im Beckenbereich gerechnet werden.  
2. Reinweiße Katzen Bei der Zucht von Katzen, deren weiße Fellfarbe durch das dominante Gen „W“ bestimmt wird (einschließlich „foreign white“), muss mit Schwerhörigkeit oder Taubheit gerechnet werden. Außerdem kann die Fähigkeit zum Dämmerungssehen durch Defekte am sog. Tapetum lucidum beeinträchtigt sein. Fast weiße Katzen mit anderer genetischer Grundlage sind vom Zuchtverbot nicht betroffen.  
3. Scottish Fold, Highland Fold, Pudelkatze mit erblich bedingten Kipp- oder Faltohren Bei Katzen mit der genetischen Anlage für das Kippohr ist mit Schäden an Knochen und Knorpel zu rechnen.
4. Einzeltiere bei Rex- oder und Sphinxkatzen, bei denen die Tasthaare fehlen oder in ihrer Funktion beeinträchtigt sind Das Fehlen oder die fehlende Funktionsfähigkeit von Tasthaaren bedeutet den Verlust eines Sinnesorgans, das für die Orientierung, der Prüfung von Objekten und der Aufnahme sozialer Kontakte wichtig ist. Damit liegt ein züchterisch bedingter Schaden im Sinne des § 11b TSchG vor. Mit den betroffenen Einzeltieren darf nicht gezüchtet werden. 
5. Einzeltiere mit extremer Kurzköpfigkeit, insb. bei Perserkatzen und Exotic Shorthair („peke face“)   Bei extrem kurzköpfigen Katzen kommt es zu einer Verengung der Atemwege oder der Tränennasenkanäle, außerdem ist die Schwergeburt- und Totgeburtrate erhöht. Mit den betroffenen Einzeltieren darfnicht gezüchtet werden. Tiere mit moderater Merkmalsausprägung ohne feststellbare Beeinträchtigung sind vom Zuchtverbot nicht betroffen. 
Rassegeflügel, Sporttauben und Ziervögel
1. Seidenfiedrige Lachtauben und Haustauben Durch die Seidenfiedrigkeit kann keine geschlossene Federfahne ausgebildet werden, die Flugfähigkeit der Tiere ist eingeschränkt bis zur völligen Flugunfähigkeit. In Hinblick auf das arteigene Verhaltensmuster von Tauben ist dies als züchterisch bedingter Schaden zu werten, der zu Leiden führen kann.
2. Einzeltiere bei Carrier oder Indianertauben, die extrem vergrößerte Schnabelwarzen oder ausgeprägte Augenringe aufweisen Die rassetypischen Vergrößerungen der Schnabelwarzen oder Augenringe können im Extrem so ausgeprägt sein, dass die normale Atmung bzw. die Sicht der Tiere behindert wird. Mit den betroffenen Einzeltieren darf nicht gezüchtet werden. Tiere mit moderaten Merkmalsausprägungen ohne Beeinträchtigung sind vom Zuchtverbot nicht betroffen.
3. Haubenenten Die Haubenbildung ist häufig gekoppelt mit Lücken im Schädel und krankhaften Hirnveränderungen bzw. Fetteinlagerungen im Gehirn. Dies kann erhebliche Auswirkungen auf zentralnervöse Steuerungsfunktionen haben und z.B. zu hochgradigen Gleichgewichtsstörungen, Erblindung oder Ertaubung führen. Außerdem ist die Sterblichkeitsrate erhöht.
4. Einzeltiere bei Laufenten mit extrem aufrechter Körperhaltung Durch die züchterisch bedingte Veränderung des Winkels der Intertarsalgelenke verlagert sich der Körperschwerpunkt. Im Extrem kann dies zu Gleichgewichtsstörungen und damit zu erheblicher Verhaltensbeeinträchtigung und Leiden führen. Mit den betroffenen Einzeltieren darf nicht gezüchtet werden. Tiere mit moderaten Merkmalsausprägungen ohne Beeinträchtigung sind vom Zuchtverbot nicht betroffen.
5. Bodenpurzlertauben Rassetypisch ist der Verlust der normalen Flugfähigkeit durch eine erblich bedingte Änderung der Bewegungssteuerung. Statt zu fliegen, purzeln die Tiere in einzelnen oder ganze Serien von Überschlägen auf dem Boden, die in Wettbewerben bewertet werden. In Hinblick auf das arteigene Verhaltensmuster von Tauben ist dies als züchterisch bedingter Schaden zu werten, der zu Leiden führen kann. 
6. Reinerbige dominant-pastell-farbene Zebrafinken Reinerbige dominant-pastell-farbene Zebrafinken sind nicht lebensfähig. Daher darf diese Farbvariante nur mit andersfarbigen Zebrafinken verpaart werden. 
7. Sog. „feather duster“, die vereinzelt bei Schauwellensittichen auftretenkönnen Diese Federanomalie führt zur Sichtbehinderung und weitgehender Flugunfähigkeit. Außerdem sind die Tiere sehr kurzlebig, ein Teil der Jungvögel stirbt in der Phase des Selbständigwerdens. Die betroffenen Tiere müssen ebenso wie ihre nahen Verwandten aus der Zucht genommen werden. 
8. Japanische Mövchen mit einer Kombination aus Federhaube und Rosette Durch die Kombination der Merkmale kommt es zu übermäßigen Federstellungsanomalien, die die Flugfähigkeit der Tiere bis hin zur völligen Flugunfähigkeit herabsetzen. In Hinblick auf das arteigene Verhaltensmuster von Japanischen Mövchen ist dies als züchterisch bedingter Schaden zu werten, der zu Leiden führen kann. 
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