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Gern berichtet der Wiesbadener Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller in seiner Rubrik „Recht kurios“ auch einmal von außergewöhnlichen, nicht alltäglichen Rechtsfällen, die unter Umständen sogar eine heitere Note aufweisen. Hiermit lässt sich immer wieder demonstrieren, dass die Arbeit mit rechtlichen Materien keinesfalls immer so „trocken“ sein muss, wie es der Laie befürchtet!
Wie würden Sie den folgenden Fall entscheiden? Ein Tennisschüler (Anfänger!) spielt in seiner vierten oder fünften Tennisstunde zunächst nur Bälle von der Grundlinie, unternimmt dann aber einen „Ausflug“ ans Netz, hastet danach wieder rückwärts, übersieht einen im Spielfeld liegenden Tennisball, tritt auf diesen, knickt um und zieht sich hierbei eine Knieverletzung zu. Haftet der Tennistrainer für den eingetreten Schaden, muss er also dem Schüler die ärztlichen Behandlungskosten und ein Schmerzensgeld von insgesamt ca. 4.500 € zahlen?
Das Landgericht Bremen verneinte dies und wies eine entsprechende Klage ab. Ein Tennislehrer sei nicht dazu verpflichtet, das Spielfeld von Bällen freizuhalten, da andernfalls kein normaler Trainingsablauf möglich wäre; beim Tennis wird schließlich nicht nur mit einem Ball trainiert. Doch dann die Überraschung: Das Oberlandesgericht Bremen hob auf die Berufung des Schülers hin die Entscheidung des Landgerichts jedenfalls teilweise auf. Als Tennislehrer sei man durchaus dafür verantwortlich, darauf zu achten, dass sich im Bewegungsradius des Schülers keine Bälle befinden. Allerdings ging das Berufungsgericht auch von einem erheblichen Mitverschulden des Schülers aus und kürzte seinen Anspruch der Höhe nach entsprechend herunter. Auch von einem Tennisanfänger kann demnach erwartet werden, dass er Bälle aus seiner Spielfeldseite selbstständig entfernt. 
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