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Auktionen im Internet sind bisweilen eine beliebte Methode um gebrauchte Gegenstände weiterzuverkaufen. Von Elektronikartikel über Autos bis hin zu Spielsachen können Käufer fast alles im Internet käuflich erwerben. Das beliebteste, bekannteste und auch größte Online-Auktionshaus der Welt ist derzeit Ebay. Auch wenn inzwischen oftmals Neuware von Händlern angeboten wird, gibt es doch immer noch einige Privatleute, die ihre gebrauchten Artikel versteigern. Allerdings sollten Anbieter immer auf die Nutzungsbedingungen achten. Viele glauben, dass die „Hintertür“, die Auktion abzubrechen, immer offen stehe. Diese Möglichkeit besteht nach den Nutzungsrechten von Ebay im Regelfall jedoch nicht, darüber informiert der Wiesbadener Fach- und Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller. 
Eifrige Ebay-Privatverkäufer kennen die Problematik der Internetauktionen: Entweder der angebotene Artikel kann am Ende der Auktion zu einem zufriedenstellenden Preis verkauft werden oder aber nur wenige Bieter interessieren sich für das Angebot und der Verkaufswert des Gegenstandes ist am Ende der Auktion niedrig. Das ist ärgerlich, jedoch rechtlich gesehen legitim. Die Nutzungsbedingungen des AuktionshausesEbay besagen nämlich, dass eine Online-Auktion, ist sie erst einmal gestartet, nicht mehr ohne weiteres abgebrochen werden kann, erläutert Cäsar-Preller.
Lediglich wenn der Artikel während der Auktion zerstört, beschädigt oder womöglich gestohlen wurde, ist es nach den Allgemeinen Geschäftsbedingungen möglich die Auktion vor Abschluss zu beenden. Darüber hinaus kann der Käufer die Auktion vorzeitig beenden wenn er bei der Einstellung des Angebots einen Fehler gemacht hat. Eine fehlerhafte Eingabe kann z.B. darin bestehen, dass die Beschreibung des Artikels inhaltlich fehlerhaft ist oder aber der Start- oder Mindestpreis falsch angesetzt wurde. 
Wer trotz der oben beschriebenen Vorgaben das Risiko eingeht eine Auktion, ohne triftigen Grund, vorzeitig abzubrechen, kann dazu verpflichtet werden Schadenersatz zu zahlen. Das bestätigt ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofes. Der Bieter, dem der Gegenstand vor Abbruch der Auktion eigentlich zugestanden hätte, müsse entschädigt werden.
Der Fall, in dem die Richter des BGH das Urteil fällten, belief sich auf eine abgebrochene Auktion, in der ein Gebrauchtwagen versteigert werden sollte. Der gebrauchte VW-Passat wurde von einem Privatmann für den Startpreis von 1 Euro angeboten. Einige Stunden nach Beginn der Auktion bot ein potentieller Käufer den Startpreis von 1 Euro.
Allerdings beendete der Verkäufer die Auktion frühzeitig. Der Grund lag darin, dass der Anbieter einen Käufer außerhalb von Ebay gefunden hatte, der ihm für den Gebrauchtwagen 4.200 Euro zahlen wollte. Der Verkäufer informierte den Bieter in einer E-Mail über die Veränderung der Situation und weshalb die Auktion frühzeitig abgebrochen wurde. Der Bietende zeigte jedoch kein Verständnis und klagte bis vor das Oberlandesgericht Jena. Der Kläger forderte Schadenersatzzahlungen in Höhe von 5.249 Euro. Seine Forderung stützte er darauf, dass der Wagen in seinem momentanen Zustand, einem Gutachten zufolge, noch 5250 Euro wert sei. Nachdem die Richter des Oberlandesgerichts dem Kläger Recht gaben, legte der Beklagte Revision beim Bundesgerichthof ein. Erfolg hatte er damit jedoch nicht.
Die Richter trafen die Entscheidung, dass dem Kläger Schadenersatz zustehe, fasst der Rechtsanwalt Cäsar-Preller den Sachverhalt zusammen.
Die Argumentation des Beklagten, dass der Preis von 1 Euro in keinem Verhältnis zu dem eigentlichen Wert des Wagens stehe, änderte nichts an der richterlichen Entscheidung. Den Start- und Mindestpreis festzulegen liege immer in der Hand des Anbieters.
Darüber hinaus gehe der Verkäufer, den Richtern zufolge, schon bei Beginn der Auktion einen Kaufvertrag mit dem zukünftigen Käufer, d.h. dem Meistbietenden, ein. Das Angebot sei daher von Anfang an verbindlich. Außerdem sei das Risiko, den Gegenstand zu einem äußerst niedrigen Preis verkaufen zu müssen, bekannt. 
Insgesamt habe der Beklagte das Verlustgeschäft selbst zu verschulden, da er die Auktion vorzeitig abgebrochen habe, erläutert Cäsar-Preller die Entscheidungsgründe.
Das Urteil bestätigt, dass es sinnvoll ist zu überdenken, ob man eine Internetauktion durchführen möchte, oder womöglich doch lieber per Anzeige das Produkt verkauft. Entscheidet man sich dazu den Gegenstand per Auktionsverfahren anzubieten, sollte man sich darauf einstellen, dass sowohl die Möglichkeit besteht Gewinn zu erzielen, es aber auch möglich ist ein Verlustgeschäft zu machen, betont Cäsar-Preller. Leichtfertig und unüberlegt Auktionen zu beginnen und diese dann abzubrechen kann riskant sein
Erfahrungen & Bewertungen zu Kanzlei Cäsar-Preller