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Schon seit vielen Jahren befassen sich Gerichte mit der Frage, unter welchen Voraussetzungen eine Bank gegenüber dem Darlehensnehmer zur Aufklärung verpflichtet ist, wenn der Verkehrswert einer Wohnung weit unter dem Verkaufspreis gelegen hat oder der Erwerber vom Vermittler anderweitig getäuscht wurde. Dabei spiele insbesondere eine große Rolle, ab wann eine Kenntnis der Bank und damit eine Aufklärungspflicht angenommen werden könne, so Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht aus Wiesbaden.
„Nach dem vor einigen Jahren entworfenen Grundsatz des institutionalisierten Zusammenwirkens wird eine Kenntnis der Bank von einer arglistigen Täuschung vermutet, wenn eine gefestigte Zusammenarbeit mit dem Verkäufer stattfand – was z. B. aufgrund einer Globalfinanzierung des Immobilienobjekts der Fall gewesen sein kann“, betont Rechtsanwalt Cäsar-Preller.
Nach Auffassung des Anwalts sei es auch heute noch möglich, entsprechende Ansprüche zu verfolgen und durchzusetzen. Voraussetzung hierfür sei, dass der Wohnungerwerb innerhalb der letzten 10 Jahre erfolgt sei. „Sofern der Erwerber nicht vorher schon gewusst hat, dass Ansprüche gegenüber der Bank bestehen können, tritt eine Anspruchsverjährung erst mit dem Ablauf von 10 Jahren nach Erwerb ein, wobei die Frist taggenau und nicht mehr wie bisher zum Jahresende berechnet wird“, so Rechtsanwalt Cäsar-Preller: „Ansonsten ist entscheidend, ab wann ein Anleger davon ausgehen musste, dass tatsächlich Schadensersatzansprüche bestehen. Regelmäßig wird dies nicht vor einer anwaltlichen Beratung der Fall gewesen sein. Ab dem Zeitpunkt der Kenntnis oder der grob fahrlässigen Unkenntnis beträgt die Verjährungsfrist dann 3 Jahre zum jeweiligen Jahresende – begrenzt durch die 10jährige absolute Frist“.
Gerade in den letzten Jahren sind nach Angaben von Rechtsanwalt Cäsar-Preller wieder vermehrt Schrottimmobilien an den Mann gebracht worden: „Nachdem es eine Zeit tatsächlich so aussah, als würden die Betrügereien abebben, sind in letzter Zeit wieder vermehrt Fälle bekannt geworden, in denen Anleger auf das Übelste getäuscht worden sind. Die meisten Banken versuchen sich, der Verantwortung zu entziehen. Allerdings gibt es sogar Fälle, in denen Bankmitarbeiter selbst bei der Vermittlung der Wohnung geholfen haben, um den eigenen Profit aus Provisionen und den zu erwartenden Kreditzinsen einzufahren“, meint Cäsar-Preller:„Hier hilft nur ein energisches Vorgehen. In vielen Fällen ist es bereits möglich, sich außergerichtlich zu einigen. Ein solcher Versuch sollte in jedem Fall unternommen werden, bevor gerichtliche Schritte in Betracht gezogen werden“.
Erfahrungen & Bewertungen zu Kanzlei Cäsar-Preller