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Kommt ein Kind zu schaden, weil es in einer öffentlichen Badeanstalt auf einen im Becken schwimmenden Erwachsenen springt, kann der Schwimmer nicht wegen „Verletzung seiner Verkehrspflicht“ dafür haftbar gemacht werden.
Wenn in dem Schwimmbad keine strikte Trennung von Sprung- und Schwimmbereich zu erkennen ist, geht der Vorwurf, der Schwimmer hätte einen ausreichend großen Bogen um den Sprungbereich machen müssen, ins Leere.
In einem vor dem Oberlandesgericht Stuttgart (Aktenzeichen: 13 U 16/11) verhandelten Fall war ein siebenjähriger Junge vom Dreimeterbrett eines Hallenbades gesprungen und im Wasser mit einem dort schwimmenden Mann kollidiert. Laut dem Anwalt des Kindes habe dieser die im Verkehr erforderliche Sorgfalt durch seine Anwesenheit in der Nähe des Bereichs, in dem Springer auf dem Wasser aufkommen können, verletzt und somit einen rechtwidrigen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit des Kindes verursacht. 
Das Gericht war jedoch anderer Ansicht. Das Nebeneinander von Sprung- und Schwimmbereich war den Nutzern des Schwimmbades grundsätzlich bekannt.
Mitgeteilt von Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller, Wiesbaden
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