Kostenlosen Termin online buchen
Das Überwachen eines Mitarbeiters per Video stellt eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts dar, gegen die sich der Betroffene wehren kann. 
Das Hessische Landesarbeitsgericht (Aktenzeichen: 7 Sa 1586/09) verurteilte einen Arbeitgeber zur Zahlung von 7.000 Euro, da er eine Mitarbeiterin ununterbrochen mit einer Videokamera an ihrem Arbeitsplatz überwachte, und dies über einen längeren Zeitraum hinweg. Der Arbeitgeber hatte gegenüber der Büroeingangstür eine Videokamera angebracht, die neben dem Eingangsbereich auch den Arbeitsplatz der Mitarbeiterin überwachte. Die Mitarbeiterin fühlte sich in ihrem Persönlichkeitsrecht verletzt und machte dies in einer Klage geltend. Das Arbeitsgericht verurteilte den Arbeitgeber zu einer Entschädigungszahlung von 15.000 Euro. 
Die daraufhin eingelegte Berufung hatte nur teilweise Erfolg. Der Arbeitgeber trug zu seiner Verteidigung vor, dass die Kamera nicht ständig in Funktion gewesen sei und nur der Sicherheit der Mitarbeiter diene. Diese vorgetragenen Einwände ließen weder das Arbeitsgericht noch das Landesarbeitsgericht gelten. Der Eingriff in das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Mitarbeiterin sei unverhältnismäßig gewesen, zumal eine Ausrichtung der Kamera nur auf den Eingangsbereich möglich gewesen wäre. Dass die Kamera nicht ständig in Betrieb war, sei aus juristischer Sicht unbedeutend. Die Mitarbeiterin schwebe ständig in der Ungewissheit, ob die Kamera aufzeichnet oder nicht, wodurch sie einem ständigen Überwachungsdruck ausgesetzt sei.
Mitgeteilt von Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller, Wiesbaden
Erfahrungen & Bewertungen zu Kanzlei Cäsar-Preller