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1. Schadenersatz
Die Rechtsschutzversicherung zahlt, wenn der Kunde Schadenersatz erstreiten will, zum Beispiel nach Verkehrsunfällen. Bei der Abwehr unberechtigter Ansprüche hilft der Rechtsschutz nicht. Das übernimmt gegebenenfalls die Kfz-Haftpflicht- oder die Privathaftpflichtversicherung. Urheberrechtssachen sind ausgenommen.
2. Vertrags- und Sachenrecht
Versichert sind die Kosten von Streitigkeiten und Verträge, zum Beispiel ein Konflikt mit der Bank um einen Kredit, ein Streit mit dem Verkäufer fehlerhafter Ware oder mit einem Handwerker. Stets ausgeschlossen ist Streit um den Bau.
3. Familien- und Erbrecht
Häufig werden Ehen geschieden. Und auch ums Erbe wird oft gestritten. Deshalb begrenzen fast alle Versicherer hier den Rechtsschutz auf eine Erstberatung beim Rechtsanwalt. Die Beratung muss nötig sein, etwa weil ein Erb- oder Trennungsfall eingetreten ist. Einfach mal so beim Anwalt etwas nachfragen, geht nicht. Versicherer, die im Familienrecht über die Erstberatung hinaus zahlen, nehmen oft Unterhalts- oder Scheidungssachen vom Schutz aus oder sie legen maximale Erstattungssummen fest. Die D.A.S. beispielsweise zahlt jenseits der Erstberatung im Premium-Tarif maximal 1000 Euro pro Fall.
4. Arbeitsrecht
Rechtsschutz im Arbeitsrecht ist beispielsweise nützlich, wenn es um eine Kündigung oder ein schlechtes Zeugnis geht. Nicht selten wird Mitarbeitern auch ein Aufhebungsvertrag angeboten, ohne dass ihnen eine Kündigung angedroht wurde. Dann bezahlen nur wenige Versicherer wie die HUK-Coburg den Rechtsrat zum Aufhebungsvertrag ohne Kostengrenze. Andere wie die Roland erstatten maximal 1000 Euro im Tarif KompaktPlus und nur, wenn ein Partneranwalt beauftragt wird.
5. Sozialrechtssachen
Wer vor Gericht zum Beispiel ein höheres Arbeitslosengeld oder von seiner Krankenkasse eine Kur erstreiten will, ist über den Sozialrechtsschutz abgesichert. Geld für einen Anwalt, der schon vorgerichtlich beim Widerspruch gegen den Bescheid hilft, gibt es meist nur in den Premiumtarifen.
6. Verwaltungsrecht
Bei Streit mit anderen Behörden zahlen viele Versicherer gar nicht, oder erst, wenn der Streit vor Gericht geht. Und Versicherer, die zahlen, schränken ein: Viele klammern etwa Streit um einen Studienplatz aus.
7. Verkehrsrecht
Bei Ärger im Verkehrsrecht, zum Beispiel um den Entzug des Führerscheins, springen alle Versicherer ein, egal ob der Streit vor Gericht geht oder nicht. Nur Bagatellsachen wie einen Knollen für Falschparken lehnen die meistens ab.
8. Mietsachen 
Mieter und Vermieter mit Mietrechtsschutz bekommen zum Beispiel Hilfe im Streit um Kaution oder Schönheitsreparaturen. Auch Wohnungseigentümern hilft der Schutz, zum Beispiel wenn sie einen Beschluss der Eigentümergemeinschaft angreifen wollen. 
9. Kapitalanlagen
Will ein Bankkunde gegen seine Bank wegen Falschberatung zum Beispiel beim Fondskauf vorgehen, zahlen die Versicherer nichts oder bieten nur eingeschränkten Schutz. Die D.A.S. (Tarif Premium) zahlt nur, wenn der Kunde nicht mehr als 20 000 Euro angelegt hat. Die Alte Leipziger (Tarif Top Star mit „erweiterten Leistungen“) schießt maximal 10 000 Euro zu, unabhängig vom Anlagebetrag.
10. Strafrecht
Im Strafrecht greift der Rechtsschutz, wenn dem Versicherten ein Vergehen vorgeworfen wird oder wenn ein Bußgeldverfahren läuft. Beim Vorwurf einer vorsätzlichen Tat zahlt der Versicherer, wenn sich zeigt, dass der Vorwurf falsch war. Wird dem Kunden ein Verbrechen oder ein vorsätzlich begangenes Vergehen wie Beleidigung oder Betrug vorgeworfen, zahlt die Versicherung nicht.
Mitgeteilt von Rechtsanwalt Joachim Cäsar-Preller, Wiesbaden
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Erfahrungen & Bewertungen zu Kanzlei Cäsar-Preller